Dramatisches Derby in Kempten: FCK unterliegt Sonthofen in letzter Sekunde
Vor der eindrucksvollen Kulisse von rund 500 Zuschauern und bei wechselhaft-kalten Bedingungen lieferten sich der 1. FC Kempten und der 1. FC Sonthofen ein intensives Allgäu-Derby, das seinem Namen alle Ehre machte – mit einem bitteren Ende aus Sicht der Gastgeber.
Die Anfangsphase gehörte klar dem FCK. Die Kemptener kamen gut ins Spiel, bestimmten die Partie und setzten Sonthofen früh unter Druck. In der Offensive fehlte jedoch die nötige Durchschlagskraft, um aus der optischen Überlegenheit Zählbares zu machen.
In den letzten 20 Minuten vor der Halbzeit übernahm Sonthofen zunehmend das Kommando, vor allem über die Außenbahnen wurde Druck aufgebaut. Der Führungstreffer für die Gäste lag in der Luft, doch mit etwas Glück und Einsatz ging es mit einem torlosen Remis in die Pause.
In der Kabine stellte das Kemptener Trainerteam taktisch um – mit Wirkung. Durch mehr Druck im gegnerischen Spielaufbau und frische Kräfte in der Offensive erspielte sich der FCK deutlich mehr Ballbesitz. Sonthofen agierte zunehmend mit langen Bällen und kam kaum noch gefährlich vor das Kemptener Tor. Allerdings fehlte auch den Hausherren weiterhin der letzte Punch, um selbst in Führung zu gehen.
Die Schlussphase hatte es dann in sich. Zunächst traf Kemptens Kenta Watari nach einem ruhenden Ball die Latte – Derby-Drama pur. In der 90. Minute dann der Rückschlag: Ein langer Befreiungsschlag der Gäste, eine Kopfballverlängerung und ein unübersichtliches Getümmel im Strafraum führten zu einem Foul von Auerhammer – Elfmeter für Sonthofen. Der wurde sicher verwandelt – 0:1.
Doch der FCK zeigte Moral. In der Nachspielzeit (93. Minute) belohnte sich das Team für seinen Aufwand: Nach einem Freistoß köpfte Mekhimar zum 1:1-Ausgleich ein. Die Partie schien auf ein gerechtes Unentschieden hinauszulaufen – doch Sonthofen schlug erneut zu. Kempten bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone, drei Ecken in Folge – die dritte saß. Kurzer Pfosten, Kopfball Lorenz – 1:2 in der 95. Minute. Abpfiff.
Ein Punkt wäre verdient gewesen – doch am Ende stand der FCK trotz leidenschaftlicher Leistung mit leeren Händen da. Nun heißt es: Mund abwischen, weitermachen. Am Freitag wird wieder trainiert, am Samstag wartet auswärts der nächste Härtetest in Pfaffenhofen an der Ilm. Ziel: Drei Punkte für den FCK.
Text und Foto: Horst Böhm